Zunahme von Unternehmen, die eine Preiserhöhung planen

Laut Ifo-Institut plant ein steigender Anteil deutscher Unternehmen, insbesondere im Gastgewerbe, Preissteigerungen.

Deutschlands Bundesbank prognostiziert einen starken Rückgang der Teuerung. Doch laut dem Ifo-Institut ist der Anteil der Unternehmen, die ihre Preise erhöhen wollen, wieder gestiegen – insbesondere bei Gastronomen. Die guten Nachrichten zuerst: Zum Jahresende hat sich die Verbraucherstimmung spürbar verbessert und die Konsumlust ist vor Weihnachten gestiegen. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Marktforschungsunternehmens GfK und des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) hervor.

Doch der Konsumexperte des NIM, Rolf Bürkl, gibt noch keine Entwarnung: “Geopolitische Krisen und Kriege, steigende Lebensmittelpreise und Diskussionen um den Staatshaushalt für 2024 sorgen weiterhin für Verunsicherung.” Die Krise ist also noch nicht überstanden. Auch aktuelle Zahlen des Ifo-Instituts zur Inflation deuten darauf hin: Laut Konjunkturumfragen wollen immer mehr Unternehmen in Deutschland in den kommenden Monaten ihre Preise anheben.

Die sogenannten Ifo-Preiserwartungen stiegen im Dezember auf 19,7 Punkte, im November waren es noch 18,1 Punkte. “Damit dürfte der Rückgang der Inflationsraten vorerst ins Stocken geraten”, kommentierte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Besonders in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen sind die Preiserwartungen deutlich gestiegen. Gastronomen, die besonders vom Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung betroffen sind, planen spürbare Preissteigerungen. Aber auch Einzelhändler erwägen vermehrt Preiserhöhungen.

In der Industrie gibt es ebenfalls wieder mehr Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen. Im Baugewerbe hat sich der Abwärtstrend bei den Preisen verlangsamt. Die Punkte bei den Ifo-Preiserwartungen geben den prozentualen Anteil der Unternehmen an, die ihre Preise erhöhen wollen, abzüglich des prozentualen Anteils derer, die ihre Preise senken wollen.

Die Inflationsrate ist in den letzten Monaten stark gesunken und lag im November bei 3,2 Prozent. Die Bundesbank prognostiziert eine Halbierung der Teuerungsrate für 2024 im Vergleich zu 2023. Im Dezember könnten die Verbraucherpreise jedoch immer noch etwa doppelt so hoch liegen wie das von der Europäischen Zentralbank angestrebte Ziel von rund zwei Prozent.

Dies liegt auch daran, dass bestimmte Energiekosten aus dem Vorjahr in diesem Jahr nicht mehr gedeckt werden. Ob die hohe Inflation auch die Konsumstimmung beeinflussen wird, hängt vor allem von der Entwicklung der Löhne und Gehälter ab. Laut GfK haben gestiegene Einkommen zuletzt dazu beigetragen, die Kaufkraft zu stützen. Allerdings konnten die Gehaltserhöhungen in Deutschland die Inflation bisher kaum ausgleichen, so dass die Deutschen im Durchschnitt weniger Geld in der Tasche haben als noch vor einem Jahr.

(eulerpool-AFX)

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