Virgin Galactic erhält keine weiteren Finanzmittel von Gründer Richard Branson

Richard Branson hat die Finanzierung für Virgin Galactic eingestellt, da er glaubt, dass das Raumfahrtunternehmen nun selbst genügend Kapital besitzt.

Milliardär Richard Branson hat bekannt gegeben, dass er kein Geld mehr in sein Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic investieren wird. In einem Interview mit der Financial Times erklärte er, dass das Unternehmen nun über ausreichende Mittel verfüge, um seine Mission eigenständig zu erfüllen. Die COVID-Pandemie habe die finanzielle Lage der Virgin Group beeinflusst und Branson sehe es als die Verantwortung von Virgin Galactic, nun auf eigenen Beinen zu stehen. Branson betonte trotzdem, dass er das Projekt immer noch unterstütze und es sich als erfolgreich erwiesen habe. Die Financial Times berichtet jedoch, dass Analysten Zweifel an der Fähigkeit von Galactic haben, profitabel zu werden, nachdem das Unternehmen hohe Kosten durch fehlgeschlagene Flüge erlebt hatte.

Der Jefferies-Analyst Greg Konrad erklärte, dass Galactic in großem Maßstab operieren müsse, um die Kosten zu decken. Da derzeit nur Flüge mit der Unity angeboten werden, sehe das Unternehmen keine Möglichkeit, in diesem Maßstab zu operieren. Die Virgin Group ist weiterhin der größte Anteilseigner von Virgin Galactic, obwohl sie in den letzten beiden Jahren Aktien im Wert von über einer Milliarde US-Dollar verkauft hat und ihren Anteil auf 7,7 Prozent reduziert hat.

Die Einnahmen aus dem Verkauf von Anteilen wurden verwendet, um andere Teile des Unternehmens während der Pandemie zu schützen. Im November gab Virgin Galactic bekannt, dass es im Zuge einer strategischen Neuausrichtung und Personalabbau seine Ressourcen neu verteilt hat, um die Produktion der Delta-Klasse-Raumschiffe zu unterstützen. Gemäß den Ergebnissen des dritten Quartals bleibt Virgin Galactic auf Kurs, um die Delta-Klasse-Raumschiffe bis 2026 in Betrieb zu nehmen.

Obwohl das Unternehmen weiterhin Verluste verzeichnet und im Vergleich zu den Erwartungen der Analysten ein besser ausfallendes EPS von -0,28 US-Dollar pro Aktie meldete, sank die Virgin Galactic-Aktie um 17,95 Prozent an der New Yorker Börse und schloss mit einem Rückgang von 17,52 Prozent bei 1,93 US-Dollar.

Am Dienstag setzte sich der Abwärtstrend fort, mit einem weiteren Rückgang der Aktie um 0,4 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits fast45 Prozent an Wert verloren und das Unternehmen hat an Marktwert eingebüßt. Beim Börsendebüt im Jahr 2019 wurde Virgin Galactic noch mit 2,3 Milliarden US-Dollar bewertet, zum Handelsschluss am Montag wurde das Unternehmen nur noch mit 935 Millionen US-Dollar bewertet.

(eulerpool-AFX)

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