Sparkassen setzen Ziel: 30 Prozent Frauen in Vorständen bis 2035

Sparkassen, wo Frauen in Vorständen bisher selten sind, haben sich laut Berichten nun erstmals eine Zielquote gesetzt, allerdings mit einem langen Vorlauf.

Frauen in Vorständen von Sparkassen sind noch immer eine Seltenheit. Doch nun möchte die Branche diesem Umstand endlich entgegenwirken und hat sich laut einem Bericht erstmals eine Zielquote gesetzt – und das mit einer langfristigen Planung. Trotz jahrelanger Bemühungen zur Frauenförderung haben Sparkassen in Deutschland bisher keine gleichberechtigte Besetzung ihrer Vorstände erreicht. Vor diesem Hintergrund haben sie sich laut einem Bericht nun erstmals eine Zielquote für Frauen im Topmanagement vorgenommen.

“Die Sparkassen erkennen die Bedeutung leistungsbereiter und starker Frauen als wesentlichen Erfolgsfaktor für die Zukunft”, erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gegenüber dem “Handelsblatt”. “Daher sollen bis spätestens 2035 mindestens 30 Prozent der obersten Managementebene aus Frauen bestehen, durch gezielte Personalgewinnung, Ausbildung und Fortbildung.” Wie genau dieses Ziel in der Praxis umgesetzt werden soll, bleibt jedoch fraglich.

Forschungen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Frauen in der Finanzbranche oft geringes Interesse an bestimmten Jobs haben. Insbesondere im Fondsmanagement werden diese als unmoralisch, wenig familienfreundlich und von Männern dominiert wahrgenommen. Auch bei den Sparkassen gibt es daher noch viel zu tun, denn obwohl über die Hälfte der Mitarbeiterinnen Frauen sind, liegt der Frauenanteil in den Vorständen nur bei 7,4 Prozent, wie eine Analyse von Barkow Consulting ergab. Ende 2022 waren es sogar nur 6,7 Prozent. Bei den Genossenschaftsbanken sieht es noch schlechter aus, hier betrug der Frauenanteil zuletzt lediglich 4,6 Prozent.

In Vorständen deutscher Banken generell sind weniger Frauen vertreten als in Vorständen anderer Unternehmen. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat der Sparkassen- und Giroverband das Ziel ausgegeben, dass jede Sparkasse mindestens eine Frau im Vorstand haben soll, inklusive einer Verhinderungsvertreterin. Zur Sparkassen-Finanzgruppe gehören neben Sparkassen auch Landesbanken, Landesbausparkassen und öffentliche Versicherer.

Zudem zeichnet sich zumindest bei börsennotierten Unternehmen ein Anstieg des Frauenanteils in Vorständen ab. Und die Frauen, die es in die Vorstände schaffen, verdienen oft auch besser als ihre männlichen Kollegen – auch hier spielt die geringe Anzahl von Frauen eine Rolle. Es bleibt also noch viel zu tun, um in der Finanzbranche für mehr Gleichberechtigung zu sorgen.

(eulerpool-AFX)

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