Signa verstärkt Team mit Sanierungsexperte Erhard Grossnigg

Ein Experte wird mit der Neustrukturierung von zwei Signa-Töchtern beauftragt, während deutsche Kommunen leere Innenstädte befürchten und “Ruhe und Ordnung” einfordern.

Die schwer angeschlagene Immobilien- und Handelsgruppe Signa hat einen erfahrenen Sanierungsexperten in den Vorstand ihrer Tochtergesellschaften berufen. Laut Aufsichtsratschef Alfred Gusenbauer sei nun “Ruhe und Ordnung” in den Firmen benötigt, um erfolgreich zu restrukturieren. Der Rechtsanwalt Christof Stapf wurde zum Insolvenzverwalter ernannt, nachdem Signa Holding am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Unter der Holding befinden sich unter anderem die Tochtergesellschaften Signa Prime Selection und Signa Development Selection, in denen wichtige Immobilienpakete und Entwicklungsprojekte gebündelt sind.

Die angeschlagene Immobilien- und Handelsgruppe Signa hat einen erfahrenen Sanierungsexperten in den Vorstand zweier ihrer Teilgesellschaften berufen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde Erhard Grossnigg in die Vorstände der Signa Prime Selection und der Signa Development Selection aufgenommen. Laut Aufsichtsratschef Alfred Gusenbauer sei nun “Ruhe und Ordnung” in den Firmen notwendig, um eine erfolgreiche Restrukturierung zu gewährleisten.

Signa Holding hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt, woraufhin das Handelsgericht Wien den Rechtsanwalt Christof Stapf zum Insolvenzverwalter ernannte. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine Anleihe der Immobilientochter Signa Prime in Höhe von 200 Millionen Euro fällig.

Die Schweizer Tochtergesellschaft Signa Retail Selection, in der Handelsbeteiligungen wie die Warenhauskette Galeria und die Schweizer Handelskette Globus gebündelt sind, hat ebenfalls Gläubigerschutz beantragt. Das Ziel ist es, unabhängig von der Insolvenz der österreichischen Muttergesellschaft Signa Holding zu bleiben und danach die Retail Selection AG ordnungsgemäß zu liquidieren.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt indes vor den Auswirkungen der Signa-Pleite auf die Innenstädte. Die Schließung der Galeria-Filialen könne zu einer weiteren Verschärfung der Lage führen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg fordert daher finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern, um die Attraktivität und Lebensfähigkeit der Innenstädte zu erhalten.

Die Bundesregierung beobachtet die Folgen der Signa-Insolvenz genau. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums betonte jedoch, dass es noch zu früh sei, um die genauen Auswirkungen abschätzen zu können. Auch das Finanzministerium prüft die Situation, wobei es keinen offiziellen Zeitplan gibt.

Währenddessen hofft Signa, mit dem neuen Sanierungsexperten Grossnigg eine erfolgreiche Zukunft anstreben zu können. Die Leerstände in den Innenstädten nehmen ohnehin zu, daher sei es wichtig, die Schließung der Galeria-Standorte durch einen klaren Sanierungsfahrplan zu vermeiden. Laut Landsberg seien die Warenhäuser immer noch wichtige Ankerpunkte in den Fußgängerzonen, jedoch könnten unrentable Standorte nicht immer wieder mit Steuergeldern gerettet werden.

(eulerpool-AFX)

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