Ranking 2024: Die bei Unternehmen beliebtesten Hochschulen

Eine exklusive Analyse offenbart globale Recruiter-Präferenzen für deutsche und internationale Hochschulen, inklusive Top-Universitäten und empfohlene Studiengänge.

Die Wahl der richtigen Hochschule ist für junge Menschen von großer Bedeutung und kann aus unterschiedlichen Gründen getroffen werden. Neben dem Ruf der Lehre spielt auch das Ansehen der Universität eine Rolle. Denn in einigen Branchen und Forschungsrichtungen achten Arbeitgeber auch auf die Alma Mater der Bewerber. Jährlich untersuchen das Marktforschungsinstitut Trendence und die französische Personalberatung Emerging, welche Hochschulen besonders beliebt bei Recruiting-Entscheidern sind.

Für ihr Ranking befragten sie 11.000 Personaler aus 21 Ländern, darunter rund 10% aus deutschen Unternehmen aus Branchen wie Automobilbranche, Bank- und Rechnungswesen, Logistik, Einzelhandel, Consulting und IT. Die Liste umfasste 1000 Hochschulen, von denen sieben deutsche Universitäten den Sprung in die Top 100 der Welt geschafft haben, wobei fünf davon in München oder Berlin ansässig sind. Welche Hochschulen besonders geschätzt werden und welche Studiengänge dort angeboten werden, erfahren Sie hier.

In ihrem aktuellen Ranking behauptet die Technische Universität München (TUM) erneut ihre Spitzenposition unter den deutschen Hochschulen. Im internationalen Vergleich belegt sie den 13. Platz, was einen Platz tiefer ist als im Vorjahr. Die TUM gilt als eine der führenden Universitäten Deutschlands für Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften und zeichnet sich besonders durch ihre enge Zusammenarbeit mit der Industrie aus. Mit50.000 Studierenden ist die TUM die größte Technische Universität in Deutschland und bietet etwa 160 Master- und Bachelorstudiengänge an.

Viele Absolventen der TUM finden Anstellung bei renommierten Arbeitgebern wie Siemens oder BMW. Zudem ist die TUM ein Nährboden für Start-ups. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Software-Unternehmen Celonis, das als Deutschlands wertvollstes Jungunternehmen gilt. Obwohl bei Celonis nicht explizit auf Absolventen bestimmter Hochschulen geachtet wird, betont das Unternehmen die enge Zusammenarbeit mit der TUM aufgrund ihrer gemeinsamen Gründungsgeschichte und geografischen Nähe.

Besonders gute Chancen bei Celonis haben Absolventen der Studiengänge Management & Technology, Finance & Information Management, Data Engineering & Analytics und Informatik. Eine weitere Hochschule in München, die bei Recruitern hoch im Kurs steht, ist die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Berühmte Alumni der LMU sind unter anderem der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Physiker Max Planck.

Laut nationalem Ranking befindet sich die LMU auf dem dritten Platz und gehört mit mehr als 51.500 Studierenden zu den forschungsstärksten Universitäten Europas. Das Studienangebot umfasst über 300 Studiengänge, darunter auch gefragte Bereiche wie Data Science, Software Engineering, Biochemie und Betriebswirtschaftslehre.

Neben den beiden Münchener Hochschulen zählen auch die Humboldt-Universität (HU) Berlin und die Technische Universität (TU) Berlin zu den Favoriten deutscher Recruiter. Die TU Berlin bietet über 100 Studiengänge an, darunter auch Elektrotechnik und Informatik, und ist partner des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie.

An der HU Berlin können Studierende aus 170 Bachelor- und Masterstudiengängen wählen, darunter auch Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Rechtswissenschaft.

Die Universität Heidelberg, die ebenfalls zu den forschungsstärksten in Europa gehört, komplettiert die deutsche Top 5. Mit insgesamt 13 Fakultäten, darunter zwei medizinische, eine juristische und eine für Mathematik und Informatik, bietet die Universität Heidelberg ein breites Spektrum an Studienmöglichkeiten.

Die RWTH Aachen, die lange Zeit zu den Top Ten im nationalen Ranking gehörte, musste ihren Platz in diesem Jahr an die TU Chemnitz abgeben.

Auch im internationalen Vergleich schafft es keine deutsche Hochschule in die Top Ten, jedoch landen immerhin 19 Universitäten aus Deutschland in den Top 250. Damit nimmt die Bundesrepublik im Ländervergleich den dritten Platz ein.

An der Spitze stehen erneut die USA, gefolgt von Frankreich mit insgesamt fünf Universitäten in den Top 50. Aus Deutschland schafften es lediglich die TU München und die HU Berlin in diesen elitären Kreis. Die befragten Personaler bewerteten in diesem Jahr besonders das California Institute of Technology als führende Universität, dicht gefolgt vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Unter den bekanntesten Alumni dieser Universitäten gehört der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan. Die dritte und vierte Position belegen die Standford University und die britische University of Cambridge.

Für viele Arbeitgeber ist die akademische Leistung nur ein Faktor von vielen bei der Auswahl von Mitarbeitern. Allein entscheidend ist sie in der Regel nicht.

Für Kirsten Bildhauer, Personalverantwortliche für Europa, Lateinamerika und Asien beim Softwareunternehmen Celonis, spielen auch die Persönlichkeit und die Passung des Bewerbers zum Unternehmen eine wichtige Rolle. Ähnlich sieht es bei der Unternehmensberatung KPMG aus, wo Dagmar Zippel, Leiterin für Recruiting, betont, dass gute akademische Leistungen für sie ein Indikator für Intelligenz, Interesse und Fleiß sind, aber nicht das alleinige Auswahlkriterium.

Bei weniger beeindruckenden Noten können Motivation, Lernbereitschaft und Gestaltungswille ausgeglichen und aufgewogen werden. Die Auswahl der Hochschule spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Obwohl Hochschulen wie die TU München, die HU Berlin oder die LMU ein hohes Ansehen genießen, bevorzugt KPMG nicht grundsätzlich Bewerber

(eulerpool-AFX)

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