Kreative Teams bei Gucci treten in den Streik

Gucci erwägt die Verlegung seiner Kreativzentrale von Rom nach Mailand, was bei den Mitarbeitenden Sorge um “Massenentlassungen durch die Hintertür” auslöst.

Gucci plant Berichten zufolge die Verlegung seiner Kreativzentrale von Rom nach Mailand, was bei den Mitarbeitenden für Empörung sorgt. Mehr als 50 Kreative sind beim italienischen Luxusmode-Unternehmen in Streik getreten, da sie befürchten, dass die Verlagerung zu Massenentlassungen führen wird.

Der Streik ist ein beispielloses Ereignis in der über 100-jährigen Geschichte von Gucci und wurde von der britischen Zeitung “The Guardian” gemeldet. Am Montag legten die Mitarbeiter für vier Stunden die Arbeit nieder und hielten vor den Büros in Rom Transparente hoch mit Aufschriften wie “Gucci kürzt, aber näht nicht” und “Bei Gucci ist Entlassung in Mode”.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind besorgt über die Pläne des Unternehmens, 153 der insgesamt 219 Designmitarbeiter von der italienischen Hauptstadt ins entfernte Mailand zu verlegen. Laut Chiara Giannotti, einer Gewerkschaftsvertreterin, ist das Designbüro in Rom das “Herz von Gucci”, wo Designer arbeiten und alle Kollektionen entstehen. Sie behauptete, dass der französische Luxusgüterkonzern Kering, zu dem Gucci gehört, die Verlagerung als Vorwand nutzt, um Personal abzubauen und Mitarbeiter zu entlassen, die nicht bereit sind, Rom aufgrund familiärer Verpflichtungen zu verlassen.

Gucci selbst betonte jedoch, dass die geplante Verlagerung keine Massenentlassungen nach sich ziehen werde und in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften durchgeführt werde. Das Unternehmen teilte mit, dass es auch Kompensationsangebote für die betroffenen Mitarbeiter bereitgestellt habe. Dennoch sind die Bedenken der Mitarbeiter wegen der Entfernung zwischen den beiden Städten und der damit verbundenen möglichen Veränderungen in ihrer Arbeits- und Lebenssituation verständlich.

Die Verlagerung des Designstudios ist Teil einer größeren Umstrukturierung von Gucci, die das Unternehmen im Oktober bekannt gab. Aktuell wird das Unternehmen von Alessandro Michele, dem Kreativdirektor von Gucci, geleitet, der im Jahr 2015 die Leitung des Designbereichs übernahm und seitdem für den Wiederaufbau der Marke verantwortlich war.

Obwohl die geplante Verlegung von Rom nach Mailand auf den ersten Blick wie eine einfache geschäftliche Entscheidung erscheinen mag, hat sie ungewollte Konsequenzen für die Mitarbeiter und sorgt für Kontroversen innerhalb des Unternehmens. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung auf das Renommee und die Zukunft von Gucci auswirken wird.

(eulerpool-AFX)

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