Bayers Pharmasparte verzeichnet schweren Rückschlag

Bayers Pharmaentwicklungshoffnung Asundexian zeigt unzureichende Wirksamkeit, wofür Investoren dem Konzern Versagen vorwerfen.

Der Dax-Konzern muss einen herben Rückschlag in der Pharmaforschung verkraften. Das potentielle Medikament Asundexian, welches als Hoffnungsträger für die Behandlung von Schlaganfällen galt und den aktuellen Bestseller Xarelto ablösen sollte, erweist sich als nicht wirksam genug.

Eine großangelegte Studie zur Wirksamkeit des Mittels wurde vorzeitig abgebrochen, nachdem es in der wichtigen Phase III der Studie gegenüber der derzeitigen Standardbehandlung für Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallsrisiko nicht bestehen konnte. Dies ist eine schwere Niederlage für die Bayer AG, da für Asundexian Spitzenumsätze bis zu fünf Milliarden Euro erwartet wurden. Es ist eine Enttäuschung für Investoren, die nun einen massiven Verlust von mehr als 15 Prozent der Bayer-Aktien hinnehmen mussten.

Diese sanken auf den niedrigsten Stand seit 2009. Markus Manns, Fondsmanager bei Union Investment, kommentierte die Nachricht mit starken Worten: “Das ist ein heftiger Rückschlag für Bayer. Asundexian war die Perle in Bayers Pharma-Pipeline und ohne den Wirkstoff steht die Pharma-Sparte ohne nachhaltiges Wachstum da.” Manns kritisierte auch das Risikomanagement von Bayer und merkte an, dass das mittlerweile gescheiterte Medikament mit einem großen Pharmaunternehmen hätte verpartnert werden müssen, um die Kosten und das Risiko zu teilen.

Auch Vorstandschef Bill Anderson, der seit Juni im Amt ist, muss nun mit der Beendigung der Studie umgehen, die die Strategie für den Ausbau des Pharmageschäfts in Frage stellt. Mit dem Verlust des Patentschutzes von Xarelto in wichtigen Märkten muss Bayer Nachschub finden. Obwohl die Verkäufe von neuen Medikamenten gegen Krebs bisher gut anlaufen, war Asundexian ein wichtiger Teil des Plans, um erfolgreich in Bayers Kerngeschäft mit Herz-Kreislauf-Therapien zu bleiben. Nun stellt sich die Frage, ob und wie das Mittel noch in anderen Bereichen als der Behandlung von Vorhofflimmern eingesetzt werden kann.

Erst Anfang November hatte Bayer das Studienprogramm mit Asundexian erweitert, nachdem erste Daten vielversprechend waren und daraufhin niedrigere Blutungsraten als beim Konkurrenzprodukt Eliquis von Bristol-Myers Squibb und Pfizer aufwiesen. Leider bestätigten sich diese Ergebnisse nicht in den Tests an Menschen.

Die Entscheidung, das Mittel nicht weiterzuentwickeln, folgte der Empfehlung des unabhängigen Data Monitoring Committee (IDMC) im Rahmen der laufenden Studienüberwachung. Bayer wird nun die vorliegenden Daten eingehend prüfen. Die Börsenreaktion auf die Nachricht spiegelt die Enttäuschung der Investoren wider, die jetzt in Frage stellen, ob Bayer in der Lage sein wird, seinen Erfolg in der Pharmaforschung fortzusetzen.

(eulerpool-AFX)

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