Tui erzielt erstmals nach der Coronakrise wieder einen Jahresüberschuss

Erstmals post-Pandemie verzeichnet der Touristikkonzern Gewinne, bedingt durch hohe Urlaubspreise, die 2024 weiter ansteigen sollen.

Der Touristikkonzern Tui konnte im verschobenen Geschäftsjahr 2023, welches im September endete, erstmals seit Beginn der durch die Pandemie ausgelösten Krise einen Gewinn auf Konzernebene verbuchen. Der Umsatz stieg von 16,5 Milliarden auf 20,7 Milliarden Euro und lag damit im Einklang mit den Schätzungen von Analysten. Ein wesentlicher Faktor für den positiven Geschäftsverlauf sind die hohen Reisepreise, die weiterhin ansteigen werden.

Aktuell liegt der Durchschnittspreis für Winterurlaube bei Tui um fünf Prozent höher als im Vorjahr, für den kommenden Sommer werden sogar Preissteigerungen von vier Prozent prognostiziert. Auch für das laufende Fiskaljahr 2024 setzt Tui ehrgeizige Ziele, mit einem geplanten Anstieg des bereinigten Ergebnisses um 25 Prozent.

Die starke Erholung des Konzerns überrascht, da die Kreuzfahrtindustrie zu Beginn der Pandemie als eine der ersten und am stärksten betroffenen Branchen galt. Die Schiffe mussten oft tagelang in Quarantäne ausharren, was die Reiseerfahrung zur Katastrophe machte. Diese Ereignisse haben sich nicht nur in der Tourismusbranche, sondern auch in den Köpfen der Verbraucher verankert. Jedoch konnten auch die eigenen Fluggesellschaften von Tui von der Trendwende profitieren. Die Sparte Märkte und Airlines konnte den Verlust des Vorjahres von rund 59 Millionen Euro in ein positives Ergebnis von 240 Millionen Euro verwandeln.

Trotz der positiven Buchungszahlen und der Bereitschaft der Kunden, mehr für ihre Reisen auszugeben, blieb die Tui-Aktie vor der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen mit 5,8 Euro deutlich unter ihrem Sechsmonatshoch von 7,3 Euro. Viele Analysten sehen für den Konzern lediglich ein marktkonformes Wachstum und keine überproportionale Entwicklung. Aus diesem Grund prüft die Tui-Führung derzeit eine mögliche Delisting von der Börse in London und eine Konzentration auf Frankfurt – möglicherweise im MDax. Dies würde die Liquidität optimieren und die Aktionärsstruktur vereinfachen.

Die Beschränkungen während der Pandemie hatten auch Tui in eine tiefe Krise gestürzt, jedoch konnte das Unternehmen dank Staatshilfen in Höhe von vier Milliarden Euro gerettet werden. Mittlerweile sind diese Hilfsmaßnahmen vollständig zurückgezahlt. Dies wurde durch umfassende Kapitalmaßnahmen, wie einer Zusammenlegung und anschließenden Erhöhung von Aktien, erreicht.

Die Bilanz des Konzerns hat sich dadurch verbessert, mit einer Senkung der Nettoverschuldung auf 2,1 Milliarden Euro und einem Anstieg des Eigenkapitals auf 1,95 Milliarden Euro. Trotz dieser Maßnahmen schrieb die Dachgesellschaft der Gruppe, die Tui AG, weiterhin einen Verlust in Höhe von knapp 518 Millionen Euro, wobei in diesem Ergebnis auch die Zahlen anderer Beteiligungen einfließen.

Insgesamt zeigt die Entwicklung von Tui im vergangenen Geschäftsjahr eine erfreuliche Trendwende und die Aussicht auf eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung. Trotzdem bleibt abzuwarten, wie sich die Reisebranche in Zeiten der sich ständig verändernden Pandemiesituation entwickeln wird, und wie Tui sich gegenüber anderen Unternehmen in der Branche behaupten kann.

(eulerpool-AFX)

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