Steigende Ausgaben führen zu Defizit von 145 Millionen Euro

Im Geschäftsjahr 2021/22 verzeichnete TR einen Fehlbetrag, der um 300 % anstieg, verfügt jedoch über ein starkes Eigenkapital.

Der Neobroker Trade Republic veröffentlichte am Dienstag seinen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr2021/22, welches von Oktober 2021 bis Ende September 2022 ging. Die Berliner verzeichneten dabei einen enormen Anstieg ihres Fehlbetrags um 311 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser beläuft sich nun auf 145 Millionen Euro. Die gestiegenen Kosten, insbesondere für Personal und Allgemeinkosten wie Marketing, Mieten und Rechtsberatung, sind dabei maßgeblich verantwortlich für das negative Ergebnis.

Trotz des hohen Fehlbetrags ist die finanzielle Basis von Trade Republic weiterhin solide. Zum Ende des Geschäftsjahres betrug das Eigenkapital des Unternehmens 389 Millionen Euro. Im Juni des vergangenen Jahres konnte der Neobroker zudem weitere 250 Millionen Euro von Investoren einsammeln und steigerte seine Bewertung auf fünf Milliarden Euro. Neue Kunden konnten in diesem Jahr insbesondere durch den Start in Spanien, Italien und den Niederlanden gewonnen werden. Insgesamt zählt Trade Republic nun mehr als eine Million Kunden.

Trade Republic bietet seinen Kunden den Handel mit Aktien, ETFs und seit neuestem auch Staats- und Unternehmensanleihen an. Trotz gestiegener Kosten konnte das Unternehmen einen höheren Provisionsüberschuss verbuchen, jedoch reichte dies nicht aus, um die Verluste auszugleichen. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der Ukrainekrieg und die außergewöhnlich hohe Inflation, beeinflussen auch die Handelsaktivitäten der Kunden von Trade Republic.

Im Hinblick auf die Entwicklung des Unternehmens zeigt sich Mitgründer Christian Hecker zuversichtlich. Laut Handelsblatt bezeichnete er den diesjährigen Sommer als den “besten seit Gründung”. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage könne Trade Republic ein Wachstum im Brokerage verzeichnen. Auch andere Geschäftsbereiche, insbesondere das Geschäft mit Sparplänen, konnten weiterhin zulegen. Hecker betont außerdem, dass es keine Kontoschließungen gegeben habe und das Anlagevermögen des Unternehmens weiter wachse.

Zusätzlich zu den positiven Entwicklungen auf dem Brokerage-Markt profitiert Trade Republic auch von der aktuellen Zinswende. Nach Jahren mit Niedrigzinsen beginnt nun eine Phase, in der zinsbasiertes Sparen wieder attraktiver wird. Dies bietet dem Neobroker die Chance, auch Kunden anzuziehen, die an Zinsprodukten interessiert sind. Seit Anfang des Jahres wirbt das Unternehmen um Einlagen der Kunden und bietet seit Oktober 4,0 Prozent Zinsen auf das nicht investierte Vermögen an. Das Angebot gilt für Neu- und Bestandskunden und ist bis zu einem Guthaben von 50.000 Euro gültig.

Insgesamt zeigt sich Trade Republic also weiterhin erfolgreich am Markt und verzeichnet trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Lage eine positive Entwicklung. Die hohe Eigenkapitalquote und das anhaltende Wachstum machen das Berliner Unternehmen zu einem der größten und vielversprechendsten Neobroker in Deutschland.

(eulerpool-AFX)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert