MorphoSys sichert sich zusätzliche Finanzmittel

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird diesen Donnerstag vor dem Hintergrund einer gesunkenen Inflationsrate ihren weiteren geldpolitischen Kurs festlegen.

MorphoSys, ein führender Wirkstoffforscher, hat sich frisches Kapital von Anlegern beschafft. Das SDAX-Unternehmen plant, mit dem Geld seine Produktpipeline zu erweitern und die Markteinführung seines größten Hoffnungsträgers Pelabresib zu beschleunigen. Der Angebotspreis für die gut 3,4 Millionen Aktien, die bei institutionellen Anlegern platziert wurden, lag bei 30 Euro pro Stück. Dies entspricht einem Bruttoerlös von insgesamt 102,7 Millionen Euro. Der Preis wurde mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf den volumengewichteten fünftägigen Durchschnittskurs auf XETRA festgesetzt.

Die Aktionäre hatten bei der Emission kein Bezugsrecht. Die Freischaltung dieser neuen Aktien erfolgt voraussichtlich ab dem 19. Dezember und sie sind voll dividendenberechtigt für das laufende Jahr.

Das frische Kapital soll nun vor allem in die beschleunigte Zulassung des Krebsmedikaments Pelabresib fließen. MorphoSys plant, die entsprechenden Anträge Mitte 2024 bei den Arzneimittelbehörden in den USA und Europa einzureichen. Das Mittel zielt auf die Behandlung der Myelofibrose als Erstlinientherapie ab, einem seltenen Blutkrebs, der seinen Ursprung im Knochenmark hat.

Auf einem Expertenkongress in den USA präsentierte das Unternehmen kürzlich vielversprechende Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie zu Pelabresib, die an der Börse mit einem regelrechten Kursfeuerwerk honoriert wurden. Die Kapitalerhöhung soll jedoch nicht nur für die Beschleunigung der Zulassung von Pelabresib verwendet werden, sondern auch für die klinische Entwicklung anderer Produktkandidaten, bis hin zur behördlichen Genehmigung.

Darüber hinaus plant das Unternehmen, das frische Kapital für allgemeine Unternehmenszwecke und die Stärkung der Finanzen zu nutzen. Die spektakulären Erfolge von Pelabresib haben in diesem Jahr für viele Höhen und Tiefen am Aktienmarkt gesorgt. Dennoch konnte der Kurs der MorphoSys-Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 150 Prozent steigen, obwohl der aktuelle Kurs von 33 Euro immer noch weit unter dem Höchststand von 146 Euro Anfang 2020 liegt. Die Kosten für die im Jahr 2021 getätigte Übernahme des US-Unternehmens Constellation Pharmaceuticals in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar hatten zuvor zu einem deutlichen Kurssturz der MorphoSys-Aktie geführt.

Die Finanzierung dieser Übernahme erfolgte mithilfe des US-Finanzierungspartners Royalty Pharma und stieß zunächst auf Skepsis bei den Anlegern. Nun nutzt das Unternehmen die positive Kursentwicklung für eine Kapitalerhöhung und hat damit einen massiven Belastungsfaktor ausgeschaltet. Analyst James Gordon von JPMorgan kommentierte die Kapitalerhöhung mit den Worten: “MorphoSys sichert sich mit der Kapitalerhöhung genügend Barmittel für die Pelabresib-Zulassungsentscheidung Mitte2025.”

Dadurch werde ein massiver Belastungsfaktor beseitigt. Die Aktie hat seit dem Dienstag, als sie mit 33,75 Euro den höchsten Stand seit zwei Jahren erreichte, bereits wieder etwas an Wert verloren und notiert derzeit bei 33,14 Euro (-5,21%). Nach einer Kursschwankung aufgrund einer zwischenzeitlichen Enttäuschung über das Krebsmedikament Pelabresib, kehrte die Hoffnung durch eine positive Präsentation auf dem Jahreskongress der US-Hämatologen zurück.

Insgesamt hat die MorphoSys-Aktie in diesem Jahr um bis zu 170 Prozent zugelegt und ist damit einsamer Spitzenreiter im Nebenwerteindex SDAX.

(eulerpool-AFX)

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