General Motors kürzt 25 Prozent der Stellen bei Robotaxi-Tochter Cruise als Sparmaßnahme

Die in eine Krise geratene Robotaxi-Firma Cruise entlässt nach einem Unfall fast ein Viertel ihrer Belegschaft.

Die Tochter des Autoriesen General Motors befindet sich in einer Krise, nachdem ein fahrerloses Auto eine Frau bei einem Unfall mehrere Meter mitgeschleift hat. Als Reaktion darauf hat Cruise vor einem Monat ihre Fahrten ausgesetzt und Expansionspläne gekappt.

In einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten E-Mail an Mitarbeiter des Unternehmens wurde bekannt gegeben, dass rund 900 Vollzeit-Jobs, hauptsächlich im nicht-technischen Bereich, wegfallen werden. Dies entspricht einem Anteil von 24 Prozent an der gesamten Belegschaft.

Der Unfall ereignete sich Anfang Oktober, als das Robotaxi von Cruise nach einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug eine Frau unter sich einklemmte. Obwohl das Fahrzeug sofort bremste, schaffte es die Frau trotzdem unter das Auto zu geraten. Laut Unfallbericht war das Robotaxi auf eine Geschwindigkeit von 11 km/h abgebremst.

Laut Programmierung sollten die Cruise-Wagen in solchen Situationen am Straßenrand halten, um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen. Allerdings entschied sich die Software in diesem Fall dazu, obwohl die Frau immer noch unter dem Fahrzeug lag. Sie wurde rund sechs Meter mitgeschleift, bevor das Auto zum Stillstand kam.

Aufgrund dieser Vorfälle hat Cruise beschlossen, vorerst auf die Einführung ihres “Origin”-Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale im kommenden Jahr zu verzichten. Stattdessen sollen weiterhin umgebaute Autos des GM-Elektromodells Chevy Bolt eingesetzt werden. Außerdem wird der Betrieb vorerst nur in einer Stadt wieder aufgenommen werden. Cruise war bisher in sechs US-Städten unterwegs und hatte geplant, im kommenden Jahr weitere zwölf Städte hinzuzufügen.

San Francisco wurde im vergangenen Jahr zum Testgebiet für selbstfahrende Taxis, da die Stadtverwaltung und zahlreiche Bewohner Bedenken über Verkehrsbehinderungen und Sicherheitsbedenken äußerten. Neben Cruise bekam auch die Google-Schwesterfirma Waymo im Sommer von einer kalifornischen Aufsichtsbehörde die Erlaubnis, ihren selbstfahrenden Beförderungsdienst im gesamten Stadtgebiet auszuweiten.

Im vorbörslichen Handel an der NYSE stieg die GM-Aktie um 0,52 Prozent auf 36,44 US-Dollar.

(eulerpool-AFX)

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