Ex-Airbus-Chef Enders möglicherweise neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei Lufthansa

Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Ludwig Kley denkt laut einem Zeitungsbericht über eine vorzeitige Amtsübergabe nach.

Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Ludwig Kley erwägt laut einem Bericht des Handelsblatts eine mögliche frühzeitige Amtsübergabe an seinen Nachfolger. Als Favorit für eine Neubesetzung wird dabei der ehemalige Airbus-Chef Tom Enders gehandelt, der bereits seit Mai 2020 dem Kontrollgremium angehört. Diese Information stammt aus dem Umfeld von Kley und wurde von der Zeitung in Aufsichtsratskreisen bestätigt.

Obwohl Kley erst im Mai dieses Jahres als Vorsitzender des Aufsichtsrats wiedergewählt wurde und seine Amtszeit eigentlich mit der Hauptversammlung 2026 endet, möchte der 72-Jährige das Thema der Nachfolge frühzeitig angehen. Allerdings gibt es unter den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat Vorbehalte gegenüber einer Berufung von Enders. Insbesondere die Vertreter der Gewerkschaft Verdi haben Bedenken, da Enders sich in der Vergangenheit zu wenig für das Thema Personalinteressen eingesetzt habe. Eine Stellungnahme der Lufthansa zu dem Bericht war kurzfristig nicht zu erhalten.

Mehrere Luftverkehrs-Gewerkschaften haben gemeinsam einen Appell veröffentlicht, in dem sie die Europäische Kommission auffordern, den Einstieg der Lufthansa bei der italienischen Staatsairline ITA zu beschleunigen. Die Gewerkschaften sehen den Zusammenschluss als richtigen Schritt für ITA und als wichtige Maßnahme zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen für das Personal. Insgesamt wird die Erklärung von drei deutschen und drei italienischen Gewerkschaften, sowie von drei weiteren Arbeitnehmerorganisationen aus Österreich und der Schweiz unterstützt.

Der Lufthansa-Konzern und der italienische Staat bemühen sich seit Monaten um die Zustimmung der EU-Kommission zu dem Deal. Der MDAX-Konzern plant zunächst den Erwerb von 41 Prozent der ITA-Anteile für 325 Millionen Euro, um später das gesamte Unternehmen zu kontrollieren. Laut Medienberichten soll die EU als Auflage fordern, dass die Lufthansa ihr Langstreckenangebot ab Frankfurt und München reduziert. An der Börse verzeichnet die Lufthansa-Aktie zeitweise einen Verlust von 0,56 Prozent auf 7,88 Euro.

In der Luftfahrtbranche bleibt es turbulent. Lufthansa-Chef Karl-Ludwig Kley denkt bereits über eine mögliche Neubesetzung seines Postens als Aufsichtsratsvorsitzender nach. Die Personalie von Tom Enders, ehemaliger Chef von Airbus, sorgt dabei für Aufsehen. Doch nicht nur intern beschäftigt sich das Unternehmen mit Veränderungen, auch die Europäische Kommission muss ihr Okay für den Einstieg bei der italienischen Staatsairline ITA geben.

Dafür haben mehrere Gewerkschaften nun mit einem gemeinsamen Appell an die Kommission für Beschleunigung des Prozesses gesorgt. Obwohl die Aktion positiv aufgenommen wurde, gibt es Bedenken hinsichtlich der Reduzierung des Langstreckenangebots. An der Börse zeichnet sich ebenfalls Bewegung ab: Die Lufthansa-Aktie verliert leicht an Wert.

(eulerpool-AFX)

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