Deutschland und Vereinigte Arabische Emirate sagen 200 Millionen Dollar für Klimaschadensbekämpfung zu

Mit der Bereitstellung eines Fonds sollen Hilfen für Unwetterschäden oder Dürreperioden finanziert werden, was Druck auf andere Teilnehmerländer ausübt.

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate, Gastgeber der Weltklimakonferenz, haben angekündigt, den von der COP28 eingerichteten Fonds zur Entschädigung von Klimaschäden in besonders gefährdeten Staaten mit jeweils 100 Millionen US-Dollar zu unterstützen. Auch weitere Länder wie Großbritannien, die USA und Japan haben finanzielle Zusagen gemacht. Diese Entscheidung, die Sultan al-Dschaber, Präsident der COP28, als “historisch” und “phänomenal” bezeichnet hat, wurde überraschend zu Beginn der Konferenz in Dubai bekannt gegeben.

Durch die Zusage sehen sich nun auch die anderen rund 160 Staats- und Regierungschefs, die in den kommenden Tagen auf der Klimakonferenz sprechen werden, unter Zugzwang. Diplomaten zufolge soll jeder Staat auf freiwilliger Basis in den Fonds einzahlen, jedoch wurde bisher keine konkrete Summe vereinbart. Klimabedrohte Länder im globalen Süden, insbesondere Inselstaaten, haben jedoch hohe Erwartungen an die reichen Industrieländer.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) und Sultan al-Dschaber haben betont, dass auch andere Staaten dem Beispiel von Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten folgen sollten. Besonders Annalena Baerbock, Außenministerin der Grünen, hat erst kürzlich die Öl- und Gas-Staaten am Golf, sowie China, dazu aufgefordert, ebenfalls in den Fonds einzuzahlen. Sie betont, dass geopolitische Verantwortung auch klimapolitische Verantwortung bedeutet.

Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot für die Welt, bezeichnet die Zusage der beiden Länder als “strategisch wichtigen Schachzug”. Dadurch werde auch den Schwellen- und ölexportierenden Entwicklungsländern signalisiert, dass der Fonds für Klimaschäden bereit ist, gefüllt zu werden. Sie appelliert an diese Länder, sich nicht länger vor finanziellen Zusagen zu drücken.

Der Geldtopf soll vor allem Hilfen für Schäden nach Unwettern oder langen Dürren zur Verfügung stellen, die auf die Erderwärmung zurückzuführen sind. Die Zusage der beiden Länder wird daher als wichtiger Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit und Verantwortung angesehen. Die Weltklimakonferenz wird in den nächsten Tagen weiterhin über die Finanzierung des Fonds und weitere Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel beraten.

(eulerpool-AFX)

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