Deutsche Unternehmen ziehen sich von Partnerschaften mit Elon Musk zurück

Deutsche Firmen wie Aldi und Volkswagen stoppen Werbung auf X, nur wenige bleiben Plattform treu.

Deutsche Konzerne ziehen sich von der Onlineplattform X, ehemals bekannt als Twitter, zurück. Dies zeigt eine Umfrage des Handelsblatts unter 40 Dax-Konzernen und den 20 größten Werbetreibenden aus Deutschland. Immer mehr Unternehmen wie Apple, IBM oder Disney wenden sich von der Plattform ab und ziehen damit den Zorn von Eigentümer Elon Musk auf sich. Der Tesla-Chef schimpfte in einem kürzlichen Tweet: “Go fuck yourself!”, was so viel bedeutet wie “Verpiss dich!”.

Auch deutsche Unternehmen nehmen vermehrt Abstand von X. Eine Handelsblatt-Umfrage ergab, dass Aldi Nord beabsichtigt, X im Jahr 2024 vollständig zu verlassen. Grund hierfür sind rassistische Kommentare, die das Unternehmen auf einem X-Beitrag zu Weihnachten erhielt. Aldi Nord kritisiert die mangelnde Moderation von X und hat daher bereits die Werbung auf der Plattform eingestellt.

Aldi Nord ist jedoch kein Einzelfall. Die Umfrage zeigt, dass immer mehr große Unternehmen wie Allianz, BASF, Covestro und Mercedes bezahlte Werbung auf X einstellen oder sogar komplett auf die Plattform verzichten. Der wichtigste Grund hierfür ist die Übernahme von X durch Musk vor gut einem Jahr. Unternehmen fürchten um ihren guten Ruf, da Musk als “Absolutist der Meinungsfreiheit” bekannt ist und die Plattform wenig gegen Hasskommentare und Falschinformationen unternimmt.

Um die Zuverlässigkeit von X als Werbeplattform zu gewährleisten, hat Musk Veränderungen im Moderationsteam vorgenommen und die Verifizierung von Nutzerkonten erleichtert. Auch verbreitet er selbst regelmäßig umstrittene Inhalte, was zu mehr Lügen und Hass führt. Mercedes-Benz hat daher bereits vor einigen Monaten bezahlte Werbeaktivitäten auf X eingestellt und auch Siemens Energy hat sich aufgrund von Diskriminierung von der Plattform zurückgezogen.

Andere Unternehmen folgen dem Rat von Werbefachleuten und setzen ihre Werbeaktivitäten auf X aus, um ihre Marke zu schützen. Allerdings fiel es vielen Unternehmen leicht, sich von X zurückzuziehen, da die Plattform in Deutschland ohnehin eine geringere Rolle als andere Social-Media-Plattformen spielt.

Für X bedeutet dies einen großen Verlust, da die Plattform den Großteil ihrer Einnahmen aus Werbung generiert. Seit der Übernahme durch Musk sind die Werbeeinnahmen jedoch stark eingebrochen und Insider Intelligence prognostiziert für dieses Jahr einen beispiellosen Rückgang um 54 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.

Nur Continental und 1&1 geben an, vorerst keine Änderungen an ihren Werbeaktivitäten auf X vorzunehmen. Jedoch betont1&1, dass die Plattform aufgrund sinkender Nutzerzahlen an Relevanz verliert.

X selbst versucht nun verstärkt, kleine und mittlere Unternehmen als Werbekunden zu gewinnen. Dazu hat die Plattform Partnerschaften mit Dienstleistern wie Jump Crew geschlossen, die einen Teil des Anzeigenverkaufs übernehmen sollen. Zudem arbeitet X an neuen Premiumdiensten, um die sinkenden Werbeeinnahmen auszugleichen. Für viele Werbekunden aus Deutschland hat X jedoch bereits an Relevanz verloren und der Rückzug aus der Plattform scheint unaufhaltsam.

(eulerpool-AFX)

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